Robin McKelle
Mo 19. Juli 2010 | 22:00
Robin McKelle
Für ihren einzigen Deutschlandauftritt im Juli kommt Robin McKelle zu den jazzopen stuttgart in den BIX Jazzclub. Nach zwei Jazzalben, die dem Bigband-Jazz und dem Swing verschrieben waren („Introducing Robin McKelle“ und „Modern Antique“), hat die Sängerin mit ihrem früheren Klassizismus gebrochen. Nun stellt sie mit „Mess Around“ ein neues Album vor, auf dem sie R&B, Soul und Jazz enorm souverän zusammenführt. Dies ist eine bislang wenig bekannte, aber faszinierende Seite der Künstlerin. Sie deckt dabei die ganze Tradition großartiger Soulmusik ab. Titel von Ray Charles und Nina Simone präsentiert sie mit seltener Energie und Glaubwürdigkeit. Neben Coverversionen von Standards, geschrieben von Willie Dixon, Arthur Hamilton und Doc Pomus, sowie selbst verfassten Liedern, integriert Robin McKelle sehr erfolgreich Titel von Leonard Cohen, den Gibb-Brüdern (The Bee Gees) sowie von Lennon & McCartney. Dabei wird sie von großartigen Musikern unterstützt, darunter Fred Wesley, der legendäre Posaunist von James Brown, der bei zwei außergewöhnlichen Arrangements für das Album mitgewirkt hat. „Ich wollte diese Art von Album schon seit langem machen“, sagt Robin McKelle. „Es ist ein Projekt, dass eine Menge Grenres umfasst: Soul, Blues und Jazz – alle musikalischen Stile, die ich liebe und die meine Persönlichkeit definieren. Diese Aufnahmen sind sehr natürlich entstanden, sie sind wie ein Teil von mir. Ich habe sie mit Musikern aufgenommen, die mir sehr nahe stehen. Es hat durchaus 60-er Jahre Flair, inspiriert von Alben, die Ray Charles und Nina Simone zu dieser Zeit produzierten.“ Robin McKelles samtig warme Altstimme kann bei diesen Rhythm ‘n’ Blues-Songs mehr als mithalten – sie passen perfekt zu ihrem natürlichen Ausdruck. Hautsächlich arbeitete sie mit einem Quartett zusammen, zu dessen Basis aus Klavier bzw. Keyboards, Bass und Drums sich eine Brass-Section gesellt. Robin McKelle hat all die richtigen Zutaten zusammengefügt, um der einzigartigen Textur ihres Timbres und den aufs Wesentliche reduzierten, unaffektierten Schwung ihrer Performance bei dieser Rückkehr zu ihrer ersten Liebe angemessen zum Ausdruck zu bringen. Beeinflusst von ihrer Mutter, die Mitglied in einem Kirchenchor war, hat die Karriere der talentierten jungen Robin McKelle mit 15 Jahren in kleinen R&B-Formationen begonnen. Nachdem sie gelernt hatte, Klavier und Waldhorn zu spielen, studierte sie zwischen 1994 und 1996 Jazz an der Universität von Miami, bevor sie ins Berklee College Of Music in Boston eintrat, wo sie 1999 ihren Abschluss machte. Zurück an der Westküste, arbeitete sich regelmäßig als Background-Sängerin: „Als ’niedergelassene’ Jazz-Sängerin hätte ich anfangs nie und nimmer mein Leben bestreiten können. Daher war ich ziemlich viel unterwegs, auf Tourneen mit Künstlern wie Michael McDonald und BeBe Winans. Pop- und Rock-Gigs. Was ich in keiner Weise bereue: Ich lernte meinen Beruf während des Arbeitens.“ Als sie als Lehrerin an das Berklee College zurückkehrte, nahm Robin McKelle am Thelonious-Monk-Wettbewerb in Washington teil und gewann 2004 einen Preis. Nun kam ihre Karriere richtig in Gang. Besonders in Europa wurde die Künstlerin von der Öffentlichkeit begeistert aufgenommen. „Eigentlich war ich immer schon ein Fan großartiger Soulmusik“, erzählt Robin McKelle. „Am Anfang standen Aretha Franklin, Nina Simone und Gladys Knight, später kamen Ella Fitzgerald und Sarah Vaughan hinzu. Für mich sind diese Frauen Teil ein und derselben Geschichte. Wenn sie auch stilistisch recht unterschiedlich sein mögen, verkörpern sie doch alle dieselbe totale Aufrichtigkeit und Ernsthaftigkeit.“ Infolgedessen liegt der Focus von „Mess Around“ auf dem Gesang und verweigert sich den heutigen sterilen Produktionsstandards. Das Ergebnis soll vielmehr das gemischte Publikum erfreuen, das – insbesondere in Europa – ihre Konzerte verfolgt hat und neue Fans hinzugewinnen, die vom unmittelbaren Eindruck des Albums verzaubert sein werden – ein Album, das man wieder und wieder hören möchte. Besetzung: Robin McKelle - Vocals Xavier Davis - Piano & Keys Derek Nievergelt - Bass Mark McLean - Drums Tickets sind für beide Konzerte gültig. Tickets sind an der BIX Abendkasse von Di - Sa ab 18.30 Uhr, über www.jazzopen.com, bei Easyticket oder telefonisch unter: 0711-99 79 99 99 erhältlich.

Tickets im VVK:
Sitzplatz 0,00 € (Ermäßigt 0,00 €)
Stehplatz 0,00 € (Ermäßigt 0,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro