Manfred Bründl
Mi 16. November 2011 | 20:30
Manfred Bründl
Manfred Bründl´s S I L E N T B A S S - T I P OF THE T O N G U E - A Tribute to Peter Trunk Manfred B r ü n d l double-bass; Hugo R e a d soprano, alto saxophone; Rainer B ö h m piano; Jonas B u r g w i n k e l drums “... Das ist ausgesprochen klug konzipiert, durchaus auf Risiko gespielt, hat Power und kühne Komplexität. Weil die Musiker viel Spaß am Spiel haben, behält das eine überspringende Vitalität, die nicht nach Kopfgeburt, sondern frisch, unverbraucht und nuanciert klingt.” J A Z Z P O D I U M . Nach den in den Medien viel beachteten CDs respect (nominiert für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik 2006) und crosshatched (bestes deutsches Jazz-Album des Sendejahres 2008, DLF) folgt nun die Peter Trunk gewidmete CD TIP OF THE TONGUE (Veröffentlichung im September 2011 bei Laika-Records). LINERNOTES: Peter Trunk (* 17. Mai 1936 Frankfurt / Main; † 31. Dezember 1973 /New York) Der Kontrabassist und Komponist Manfred Bründl hat sich auf Spurensuche eines deutschen Musikers begeben, der Jazzgeschichte geschrieben hat und dennoch in Vergessenheit geriet: Peter Trunk. Peter Trunk war von den späten 1950er Jahren bis zu seinem Tod 1973 einer der tonangebenden jungen Musiker in der internationalen Jazzszene. Sein Spiel auf dem B ass und (selten) auf dem Cello zeichnete sich durch melodische und rhythmische Präzision und große Kreativität aus. Er war als Kontrabassist nicht der "Sideman", sondern Gleicher unter Gleichen. Der Pianist, Publizist und Musikredakteur Michael Naura schreibt: „Die großen Bassisten - ich denke da an Jimmy Blanton, Ray Brown, Scott LaFaro und Peter Trunk - waren und sind in erster Linie weniger Solisten, als integrierende Figuren, die Gefühle der Geborgenheit vermitteln.“ (1) Heute ist der von Joachim Ernst Berendt 1978 (2) noch als "bester deutscher Bassist seiner Zeit" genannte Peter Trunk fast vergessen. Er, der mit u.a. Stan Getz, Albert Mangelsdorff, Klaus Doldinger, Benny Bailey, Attila Zoller und Manfred Schoof spielte und auf zahlreichen, zum Teil wegweisenden Aufnahmen zu hören ist: Diesen Peter Trunk sucht man in den aktuellen Jazz-Lexika oft vergebens und die Alben, auf denen er maßgeblich mitgespielt hat, sind nur noch als Sammler-Stücke mühsam zu finden. In Zeiten von schnellen Schnitten, der täglichen Suche nach dem Superstar und der brutalen Reduzierung von Sprache, ist das Langzeitgedächnis arbeitslos geworden und muss dem kurzen Effekt weichen. Für das nachhaltige musikalische Werk von Peter Trunk gibt es offensichtlich nicht mehr genügend Speicherplatz im kulturellen Bewußtsein. Dieser Tendenz setzt Manfred Bründl die Kunst des Nachspürens entgegen. Er recherchierte in Archiven, traf Kollegen und Zeitzeugen und entwickelte im Laufe der Recherche seine eigene musikalische Sicht auf den Musiker. "An Peter Trunk" sagt Manfred Bründl, "fasziniert mich u.a. seine Offenheit verbunden mit kindlicher Neugier an allem Neuen, seine instrumental-technische Präzision, die nuancenreiche Klangkultur, seine unendlich filigrane Artikulation und Phrasierung, die in ihrer Vielfalt und Farbpalette an Henri Matisse und seine rhythmischen Bilder voller Musikalität erinnern, sein druckvolles und energetisches Spiel, versehen mit einem Attack, der einzigartig ist, seine einfühlsame, hochreaktive Interaktionsfähigkeit, die jederzeit seine ureigene Handschrift erkennen lässt." Peter Trunk hat sich in der in der kompromisslosen Abstraktion der 1960er und in der Jazz-Rock-Fusion der 1970er musikalisch entwickelt. Eine Zeit, in der mehr Werke für den Bass geschrieben wurden als je zuvor und der Bass erstmals als Melodie führendes Soloinstrument fungierte und akzeptiert wurde. Peter Trunk hat seine tieftönenden Spuren bis heute hinterlassen. Man muss sie nur zu finden wissen und es wollen. Manfred Bründl wollte. "Tip Of The Tongue" nennt er das musikalische Ergebnis seiner Beschäftigung mit Peter Trunk. "Tip Of The Tongue", ein Phänomen, dass wir alle kennen: Es liegt uns auf der Zunge, aber allein sind wir unfähig es zu artikulieren. Die Sprache kommt ins Schleudern zwischen Assoziationen und kognitiven Verknüpfungen, es fehlt der Ton zum Gedanken, wir haben ihn vergessen. Erst das Nach-Denken kann Verborgenes wieder in das gegenwärtige Denken holen. Gemeinsam mit Rainer Böhm (Klavier), Jonas Burgwinkel (Schlagzeug) und Hugo Read (Altsaxofon) hilft uns Manfred Bründl bei der Wiederentdeckung der musikalischen Welt Peter Trunks und stellt sie in den aktuellen Kontext seines musikalischen Schaffens. Fragmente von Originalthemen und Improvisationen Trunks finden sich in den elf Kompositionen wieder und gehen eine Symbiose mit freien gegenwärtigen Gedankenbildern ein. Im Werk "Sincerely S.T. (for Stella)" zum Beispiel hören wir ein getragenes Stück mit einem abstrakten Zwischenspiel über einem markanten Bass-Riff. Die Peter Trunks Frau gewidmete Komposition bezieht sich auf Trunks einzige Platte unter eigenem Namen, "Sincerely P.T."(3). In dieser Komposition hat Manfred Bründl das Stück "Line" aus Peter Trunks Album aufgegriffen und die Grundidee der Originalmelodie wiederbelebt. Und so ist das gesamte Album zu verstehen als eines gegen die ahistorische Schnelllebigkeit einer angeblich modernen Medienwelt, die ihren Entstehungsprozess zu vergessen sucht. "Tip of the Tongue" ist ein kraftvolles Album, das ohne Erklärungen prächtig funktioniert, weil es eine Basis hat, die wir alle auf der Zunge spüren. * Manfred B R Ü N D L (bass) Konzerte/Aufnahmen u.a. mit Tomasz Stanko, Barry Altschul, Albert Mangelsdorff, Norma Winstone, Leo Wright, Charlie Mariano, Herb Ellis, Wayne Krantz, Terumasa Hino, Martial Solal. Auftritte bei internationalen Festivals u.a. in Frankfurt, Köln, Toronto, Montreal, Neu Dehli, Bombay, Islamabad, Mexico City, Havanna. Tourneen für das Deutsche Goethe-Institut nach Afrika, S/O-Asien, Türkei, Süd- und Mittel-Amerika, Kanada, Mexiko, Kuba. Professur an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar. Hugo R E A D (alto, soprano) Konzerte/Aufnahmen u.a. mit Markus Stockhausen, Kenny Wheeler, Rainer Brüninghaus, Trilok Gurtu, Andi Lumpp, Peter Herborn ,Abdullah Ibrahim, sowie den Gruppen Riot, Ensemble Modern, Axis, Thierry Lang Quartett. Tourneen für das Goethe-Institut nach Australien, Neuseeland, West-Afrika , Süd-Ost-Afrika, Naher Osten. Uraufführungen mit K.H. Stockhausen: Mailänder Scala und Oper Paris. Förderpreisträger (NRW) für herausragende Leistungen. Professur an der Folkwanghochschule Essen. Rainer B ö h m (piano) Konzerte/Aufnahmen u.a. mit Albert Mangelsdorff, Rolf Kühn, Adrian Mears, Dave Liebman, Johannes Enders, Keith Copeland, Thomas Siffling und Marc Abrams. Studium an der Musikhochschule Mannheim und am Queens College in New York City. Diverse Auszeichnungen, u.a. Jazzpreis Baden-Württemberg 2010, Preis beim „International Jazz Solo Piano Festival“ in Montreux, erster Preis bei den „Jazz Hoeilaart International Belgium“ und beim „International Jazz Festival“ in Getxo, Spanien. Jonas Burgwinkel (drums) Spielt(e) u.a. mit Mark Murphy, Nils Wogram, Antonio Farao, Charly Mariano, Lee Konitz, John Taylor und den Düsseldorfer Symphonikern. Aktuelle Bands u.a. Pablo Held Trio, Chisholm/Nabatov/Burgwinkel, Uri Caine “PULSE” (US/IT/D), Florian Weber Quintet, Hans Lüdemann Trio Rism 1, Frederik Leroux Trio, Swoosh (I/US/D). Konzerte in den USA, Australien, China, Korea, Skandinavien,Spanien, Frankreich, Polen, Italien und den Benelux. Studium in Maastricht, Köln sowie am Berklee College of Music in Boston, USA - diverse Jazzpreise * For more information see: www.manfredbruendl.de http://de.wikipedia.org/wiki/Manfred_Bründl

Tickets im VVK:
Sitzplatz 14,00 € (Ermäßigt 10,00 €)
Stehplatz 10,00 € (Ermäßigt 6,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro