BIX TOP ACT: Grace Kelly Quartet – “The Man with The Hat”
Di 23. Oktober 2012 | 20:30
BIX TOP ACT: Grace Kelly Quartet – “The Man with The Hat”
Die Alto-Saxophonistin, Sängerin, Komponistin und Lyrikerin Grace Kelly, gerade einmal 19 Jahr alt, wird von vielen als Wunderkind betrachtet – darunter Wynton Marsalis, Harry Connick Jr. oder Dave Brubeck. Einen besonderen Stellenwert in der Schar der Begeisterten nimmt dabei Phil Woods ein, dem sie ihr aktuelles Album „The Man With The Hat“ widmet und der an den Kompositionen und Aufnahmen beteiligt war. Auf der CD sind fröhliche, nachdenkliche und neuartige Interpretationen und Arrangements des Bebop-Erbe zu hören, wobei Kelly niemals die swingende Essenz des Bop, der sie so fasziniert, aus dem Auge verliert. „Ich mag es, wenn man spüren kann, dass die Musik etwas wirklich Substanzielles mit unserer Seele anstellt“ sagt Kelly. Und genau das wird uns das junge Ausnahmetalent am Saxophon an diesem Abend gemeinsam mit ihrem Quartett spüren lassen. +++++++++++++ Ausführliche Info: Grace Kelly – Man With The Hat Mit mehr als einem halben Jahrhundert Erfahrung in der Welt des Jazz, so fällt es leicht, Phil Woods nicht nur als eine lebende Musiklegende zu betrachten, sondern gleichzeitig als großartiges Vorbild für viele seiner jüngeren Kollegen und Fans. Es spricht wohl mehr als Bände, dass er, als er das erste Mal mit der 14-jährigen Grace Kelly gemeinsam auf der Bühne stand, seine beinahe ikonische Ledermütze abnahm und sie Kelly aufsetzte – das erste Mal überhaupt, dass er einer Nachwuchs-Alto-Saxophonistin gegenüber eine solch große Geste unternahm. „Ich hätte mir nie träumen lassen, eine derartige Beziehung zu ihm aufzubauen, geschweige denn, ihn jemals zu treffen“, sagt Kelly und erinnert sich an diese Erfahrung mit Woods. „Ich schaue auf diese Mütze, die er auf seinen Album-Covern während der letzten 50 Jahre getragen hat – und sie ist wirklich ausgetragen… Und nun hat er eine völlig neue. Es ist wirklich eine ganz besondere Erinnerung.“ Vier Jahre später revanchiert sich das 18-jährige Wunderkind am Saxophon bei Woods mit einer neuen CD, die sie ihm widmet und die den Titel trägt „Man With the Hat“. Das Album beleuchtet das Bebop-Erbe, welches Wood seine gesamt Karriere lang verfolgt hat, und erscheint damit pünktlich zum 80. Geburtstag des Alto-Saxophonisten. Es beinhaltet sieben Standards und Originale, die aus der Feder von sowohl Kelly als auch von Woods stammen und von einem All-Star-Ensemble eingespielt wurden. „Phil war einer meiner größten Inspirationen, seit ich begonnen habe, Saxophon zu spielen“, sagt Kelly. Und wenn die beiden Saxophonisten als musikalisches Paar loslegen, dann gibt es keine Missverständnisse oder Fragen, was die Qualität betrifft, die die beiden miteinander teilen. Durch das Album „Man With the Hat“ schaffen es beide, ihre ausgezeichnete, melodische Eleganz mit lebendigem Swing zu versehen, und überwinden damit problemlos die 6 Jahrzehnte, die die beiden Musiker voneinander trennen. Die beiden sind sich das erste Mal 2006 über den Weg gelaufen, als Kelly an dem Stanford Jazz Residency Program in Kalifornien teilnahm, bei dem Woods als Lehrer tätig war und ihr einige aufmunternde Worte zukommen ließ. Es war nur einige Monate später, als Kelly bei einem Auftritt in Pittsfield (Massachusetts) von Woods auf die Bühne gebeten wurde und durch seine Mütze „zum Ritter geschlagen“ wurde. In seinen Liner-Notes gibt Woods zu: „Ich schlafe nun ein wenig besser, da ich weiß, dass diese Lady das Instrument spielt, das ich so sehr liebe. Bird, Rabbit und Mr. Carter wären ebenso erfreut, da bin ich mir sicher!“ Während Woods noch über die Reaktionen bereits von uns gegangener Musikgiganten spekulierte, so heimste sich Grace Kelly unterdessen weiteres Lob von Seiten einiger noch lebender Legenden ein. Zuoberst auf der Liste: Lee Konitz, mit dem Kelly ihre vierte CD aufgenommen hat (GRACEfulLEE, 2008). Aber sie hat sich ebenso Anerkennung und praktische Anleitung bei Wynton Marsalis, Harry Connick Jr und Dave Brubeck gesichert. Ein weiterer Name, der auf der Liste auftaucht, ist der des Pianisten Monty Alexander, der Kelly als „eine der begabtesten, tief musikalischen, charismatischen und wunderbaren Musikerin, die ich jemals in all meinen Jahren in der Jazz-Welt kennengelernt habe…“ bezeichnet. Alexander war wiederrum auch einer der ersten Personen, an die Kelly dachte, als sie die Band für „Man With the Hat“ zusammenstellte. „Ich liebe einfach sein Spiel“, sagt sie, „es ist so swingend und so fröhlich.“ Dass Frohsinn ein Schlüssel-Element in Kelly’s Sound zu sein scheint, selbst bei Balladen, spricht für den puren Spaß, den sie beim Musizieren hat und der bei ihren Aufnahmen durchschimmert. Diese Qualität hat sie in den Titel-Track ihres aktuellen Albums mit eingearbeitet in Erinnerung an Woods. „Ich schrieb den Song, während ich dabei an seinen Saxophon-Sound dachte“, sagt Kelly. „Er hat diese unglaubliche Energie, die so präsent und lebendig ist. Phil ist so lyrisch, es ist immer einfach, auf der Stelle mitzusingen, während er spielt.“ Die Band wird durch den Drummer Bill Goodwin vervollständigt, der 1974 das erste Mal auf Woods traf und damit die Geburtsstunde seines langjährigen Quartetts einläutete. Ebenso durch Evan Gregor, ein Mitglied von Kelly’s Tour-Quintett, das sie drei Jahre lang live begleitete. Die Tournee-getestete Stimmigkeit und Vertrautheit der beiden wird bspw. bei der wundervollen Duett-Performance von Cole Porter’s „Everytime we say goodbye“ mehr als deutlich. Als der Moment kam, in dem das Repertoire für das Album ausgesucht werden musste, kam Woods mit einem weiteren Geschenk um die Ecke: Ein neues Set an Lyrics von Benny Carter’s „People Time“, verfasst von der Sängerin und Drehbuchautorin Deborah Pearl. Neben ihren Fähigkeiten als Saxophonistin, Komponistin und beim Arrangieren, so ist Kelly mit einer fantastischen, weichen Stimme gesegnet, welche perfekt zu den sehnsüchtigen Bilder-Welten von Pearl zusammenpasst. Der zweite Vocal-Track des Albums, der von Kelly geschriebene Song „Gone“, zeigt ihre seelenvolle und verwundbare Seite. Bei Songs wie „Gone“, ihrer traurigen Interpretation von Bill Strayhorn’s „Ballad for very tired and very sad lotus-eaters“, oder bei ihrem lebhaften Spaziergang durch den Song „The Way You Look Tonight“ beweist Kelly einen entschieden bewussten Blick auf den traditionellen Bop, ohne dabei aus dem Auge zu verlieren, was sie an der Musik, von der sie mehrere Generationen entfernt ist, so fasziniert. „Das Ding, was mich dabei antreibt, ist, dass es so unglaublich swingend ist“, sagt Grace Kelly. „Du willst einfach nur dazu tanzen. Musik ist heutzutage zu einem schweren, intellektuellen Sound geworden. Aber wenn ich diese alten Schul-Aufnahmen von Ray Brown oder Monty oder Phil anhöre, ist es für den Zuhörer überhaupt nicht schwer. Es fühlt sich wirklich gut an und jeder kann dazu eine Beziehung aufbauen. Und das liebe ich. Ich mag es, wenn man spüren kann, dass die Musik etwas wirklich Substanzielles mit unserer Seele anstellt.“ Und genau das wird uns das Wunderkind Grace Kelly an diesem Abend gemeinsam mit ihrer Tour-Band spüren lassen. ++++++++ Line-Up: Grace Kelly (sax, voc); Pete McCann (guit); Edward Perez (b); Harald Tanschek (dr) ++++++++ Mehr Infos unter: http://www.gracekellymusic.com/

Tickets im VVK:
Sitzplatz 18,00 € (Ermäßigt 14,00 €)
Stehplatz 14,00 € (Ermäßigt 10,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro