Contrastnacht - Betty Steeles + SamuelJonSamuelsson BigBand
Sa 16. März 2013 | 21:00
Contrastnacht - Betty Steeles + SamuelJonSamuelsson BigBand
Nach der wundervollen Contrastnacht im Januar folgt nun der zweite Teil dieser genialen Doppelkonzertreihe. Wieder treffen an diesem Abend zwei gegensätzliche Künstler/ Bands aufeinander und bescheren uns unvergessliche Momente. Dieses Mal mit dabei: Betty Steeles und die Samuel Jon Samuelsson Big Band! +++++++ Betty Steeles: Wer ist Betty Steeles? Hierzulande mag man sich hinter dem Namen eine smarte Geheimagentin aus einer dieser spleenigen britischen Serien der sechziger Jahre vorstellen. Und tatsächlich zählt diese junge Frau Krimis zu ihren Inspirationsquellen - neben Michael Jackson (für seine Phantasie), Erykah Badu und Burt Bacharach. So erfindet sie gerne Geschichten über Menschen, die mit einer Pistole neben dem Bett schlafen („Gun“) oder auf der Flucht sind („Run`n Hide“). Im Reich Ihrer Majestät Queen Elisabeth operiert Betty Steeles aber keineswegs im Geheimen. Sie hat es vielmehr in der immer noch heftig swingenden Londoner Musikszene zu einigem Ruhm gebracht. Nicht nur, weil sie mit den hippen Hip-Hoppern The Nextmen den Indie-Hit „Whisper Up“ gelandet hat. Oder weil ihr Stück „Where Are You“ im Fantasy-Film „Malice In Wonderland“ verzauberte. Ursprünglich wollte sie ja selbst Schauspielerin und Tänzerin (siehe Michael Jackson) werden. Als sie aber einmal bei einem Musical im College beim Musikmachen aushalf, merkte sie, dass sie das viel lieber tat. Und auch alle um sie herum waren von ihren großen Melodien (siehe Bacharach) und ihrer liebreizend-souligen Stimme (siehe Erykah Badu) begeistert. Seitdem hat sie eine Hauptrolle als Singer-Songwriterin inne. Betty Steeles nutzt jede Gelegenheit, mit ihrer mintgrünen Gitarre auf einer Bühne zu stehen: in Bücherläden, Galerien, Kleidergeschäften, Pubs und Cafes. Das sind auch die Orte, an denen sie sich sonst am liebsten aufhält. Zum Beispiel in ihrem momentanen Lieblingslokal, dem Boogaloo in High Gate. „Da hänge ich ab, beobachte Leute, quatsche mit Freunden, trete auf, und regelmäßig gibt`s da einen Flohmarkt, auf dem ich meine Klamotten verkaufe - oder mir neue zulege.“ Ihr Faible für Vintage-Kleidchen bringt die Leute bisweilen auf falsche Gedanken: „So wie ich mich anziehe, glauben viele immer, ich sei Französin.“ Darauf könnte auch kommen, wer nun ihr allererstes, verlockend charmantes Album hört: „This Is Betty Steeles“ . Da weht im Vaudeville-artigen, wie von Yann Tiersen inspirierten „Hey Baby“ ein Akkordeon vom Ufer der Seine herüber; „Run`n Hide“ tänzelt munter drauflos wie die French-Folkies Cocoon; und an welche Film-Mademoiselle erinnert einen diese „Little Miss Late“ gleich wieder - „hopelessly unorganised“ und immer den Kopf in den Wolken? Genau, an Amelie und ihre wunderbare Welt aus Nostalgie und Zauberei. Betty Steeles liebt Amelie und diesen Film; sie selbst träumt sich durch die Wunder Londons und hat das Kindsein noch nicht abgeschlossen. Ihre Fantasien über melancholische Beaus auf dem Nebensitz bei der alltäglichen Busfahrt („Busboy“) werden ebenso zu Songs wie eine Anekdote aus der eigene Kindheit im Örtchen Swindon. Da standen einmal Fremde vor der Türe, die eigentlich die Nachbarn besuchen wollten. „Wollen Sie nicht zu uns hereinkommen?“ fragte die kleine Betty höflich. „Im London von heute wäre das undenkbar, deswegen habe ich den Song „Poison“ über diese Begegnung geschrieben.“ Der Sound-Spielplatz mit Glöckchen, tickenden Uhren, „Ahum“-Chören, Geklimper, Folk-Gitarre, Country-Lagerfeuer und munteren Tuba-Tupfern, auf dem sie sich zusammen mit einigen formidablen jungen Musikerfreunden ausgetobt hat, hat aber auch eine dunkle, dreckige Seite. Zum Beispiel eine Schlammrutsche, auf die sie ihren Liebsten zieht, um sich mal richtig schmutzig zu machen („Mudslide“). „You see me one way, but I`m totally different“, warnt sie. An „Flowers in Pain“ könnte der junge Nick Cave mitgeschrieben haben, „The Loveliest“ taucht ein in den dunklen Sog eines Film noir, nahezu beängstigend. „Aber das sind nur meine tiefen Gedanken“, sagt Betty Steeles, , ich lebe meine düstere Seite nicht aus, dafür ist meine Musik da - natürlicherweise kommen eher traurige Lieder aus mir heraus.“ Also doch eine Geschichte, in der es „No Happy Ending?“ gibt, wie sie trist singt. Unvorstellbar in einem Film mit Betty Steeles in der Hauptrolle – in Zukunft wird ihr Name in dicken Lettern erstrahlen. +++++++++ Samuel Jon Samuelsson Big Band: Von Island aus setzt in diesem Herbst eine Band zum Sprung auf das europäische Festland an, die es in sich hat: Die Samúel Jón Samúelsson Big Band: Seit den Aschewolken des Eyjafjallajökull hat nichts mehr so viel Staub aufgewirbelt, wie diese knapp zwanzigköpfige Formation aus Reykjavik. Ihr brodelnder Afrofunkbigbandjazz ist knietief im klassischen Funk von James Brown verwurzelt, groovt druckvoll wie Fred Wesley und ist schweißtreibend wie Fela Kutis Afrobeat-Nächte in Lagos’ legendärem "Shrine Club". Seine scharfen und komplexen Bläsersätze verweisen auf Kultbands wie Brass Construction, Kool & The Gang, Earth, Wind & Fire und Tower Of Power. Ein Sound, mächtig wie eine Vulkaneruption. Samúel Jón Samúelsson, Absolvent der FIH Musikschule, Gewinner des Icelandic Music Award. Der Posaunist aus Reykjavik ist ein typischer Vertreter der eng verzahnten isländischen Musikszene. Als Sessionmusiker und Arrangeur hat er für Sigur Rós und Mezzoforte gearbeitet. Und in seinen beiden, seit Ende der 1990er bzw. Anfang 2000 bestehenden Formationen Jagúar und der Samúel Jón Samúelsson Big Band finden sich die unterschiedlichsten Musiker. Der Percussionist der Big Band war der Schlagzeuger der Sugarcubes, andere spielen Avantgarde, ruhige Duos oder auch schon mal Schubert-Abende, wie etwa der Organist. Aber alle sind mit Begeisterung dabei, wenn es darum geht, in einer Funk Big Band so richtig die Sau raus zu lassen. Besetzung Bigband: Jóel Pálsson - ten sax + Steinar Sigurðarson - ten sax + Óskar Guðjónsson - bariton sax + Kjartan Hákonarson - trumpet + Snorri Sigurðarson - trumpet + Ívar Guðmundsson - trumpet + Samúel Jón Samúelsson - trombone + Kári Hólmar Ragnarsson - trombone + Eyþór Kolbeins - trombone + Helgi Svavar Helgason - drums + Ómar Guðjónsson - guitar + Ingi S. Skúlason - bass + Hannes Helgason - keyb + Sigtryggur Baldursson - percussion +++ Mehr Infos unter: www.contemplate-music.com/press/bettysteeles2012.html +++ www.contrastnacht.com

Tickets im VVK:
Sitzplatz 20,00 € (Ermäßigt 16,00 €)
Stehplatz 16,00 € (Ermäßigt 12,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro