BIX TIPP: Cecile Verny Quartet
Fr 1. November 2013 | 21:00
BIX TIPP: Cecile Verny Quartet
Die Tour zur aktuellen CD „Fear & Faith“ (VÖ.22.02.2013 / Jazzhaus Records)! +++ Die Sängerin Cécile Verny und ihre Band haben in den vergangenen zwei Jahren die Zeit "on the road" genutzt, um zwischen Clubs-Auftritten und Festivals in Hotelzimmern spontan und ohne einschränkende Vorgabe zu jammen und im eigentlichen Sinne des Wortes herumzuspielen. Aus den so, mit minimaler Instrumentierung, gefundenen Stücken entwickelte die Band ein ansteckend frisches und grooviges Programm, das nun in einer größeren, vielfältigen Instrumentierung auf der nunmehr achten CD des CVQ wie auf der Bühne zu hören ist. In den jung und teils aggressiv anmutenden Songs betrachtet Cécile Verny sich und ihre Umwelt und artikuliert hart, eindringlich und zugleich empfindsam ihre Gefühle und Gedanken. „ ... Angst und Glaube gehören dazu“ – so die Ausnahmesängerin. Die Musik - entstanden auf Bühnen, in Hotelzimmern und irgendwo dazwischen - belegt die Entwicklungsmöglichkeiten einer Band, wenn Stücke mal unter anderen Bedingungen entstehen! +++ Lineup: Cécile Verny - vocal Bernd Heitzler -basses Andreas Erchinger - piano & keyboards Lars Binder - drums & percussion +++ Mehr Infos unter: www.cvq.de +++ Band-Bio: Das Phänomen Cécile Verny erklären zu wollen, hieße Saxofone (oder besser vielleicht Mikrofone) nach Harlem zu tragen. Außergewöhnlich, facettenreich, charismatisch, charmant, gefragt, beliebt, bienenfleißig: Attribute wie diese skizzieren samt und sonders die Sängerin mit französisch- afrikanischen Wurzeln und langjährigem Wohnsitz in Freiburg. Doch Cécile Verny ist mehr als nur das. Ihr und ihrem Quartett mit Bassist Bernd Heitzler, Pianist Andreas Erchinger und Drummer Lars Binder hat es noch nie genügt, sich auf den Lorbeeren von sieben von Kritik wie Publikum gefeierten CDs, von unzähligen umjubelten Konzerten in Deutschland, Europa und Übersee auszuruhen, ein vermeintliches Erfolgsrezept einfach nur routiniert zu konservieren. „Wir sind eine Band, die sich ständig weiterentwickeln möchte“, umreißt die Sängerin die Grundeinstellung des CVQ. Gerade deshalb ist „Fear & Faith“ ein ganz besonderes Album. Ein Meilenstein in der Geschichte jenes Ensembles, das ihrer Namensgeberin seit über 20 Jahren das perfekte instrumentale Outfit liefert. Vom ersten Gedanken bis zum letzten eingespielten Ton ein echtes Gemeinschaftswerk. „Da wir ziemlich häufig auf Tour sind, haben wir aus der Zeitnot eine Tugend gemacht“, schildert Cécile Verny den Beginn des Arbeitsprozesses im September 2011. „Anstatt in den Pausen oder während der Off-Days rumzuhängen, verabredeten wir uns in unseren Hotelzimmern zum Jammen. Andreas hatte ein Keyboard dabei, Lars trommelte auf einem Telefonbuch oder was gerade herumlag und Bernd packte seine akustische Bassgitarre aus. Jeder steuerte einen Lick oder eine Phrase, eine Melodie, manchmal auch einen Rhythmus bei, dabei lief immer ein Aufnahmegerät. Später haben wir das Material gemeinsam gesichtet. Einiges flog raus, anderes gefiel uns, also haben wir es weiterbearbeitet.“ Ein Ideenwettbewerb, wie er häufig auch im Pop- und Rockbereich stattfindet. So entsteht und reift Musik. Basisdemokratie im besten Wortsinn, mühevoll, aber schlussendlich ertragreich. Folgerichtig tauchen bei den letztlich ausgewählten zwölf Songs von „Fear & Faith“ auch alle Mitglieder des Cécile Verny Quartets in unterschiedlichsten Kombinationen als Autoren auf. Dass die CD trotz ihrer Vorgeschichte nicht den vielleicht naheliegenden Titel „The Hotelroom-Sessions“ erhielt, lag auch an Nils Wülker. Den Trompeter, der den Seiltanz zwischen Anspruch und Popularität, zwischen Jazz und Pop in Deutschland wie kaum ein anderer beherrscht, trafen die Vier erstmals beim Hamburger Elbjazz- Festival. „Wir fanden auf Anhieb einen Draht zueinander und stellten fest, dass wir in vielen musikalischen Fragen ähnlich ticken.“ Das CVQ lud Wülker als Produzent Anfang Oktober 2012 in die Frattoria Musica nach Osnabrück ein, einem der modernsten und klangschönsten Studios Deutschlands. In der entspannten, konzentrierten Atmosphäre des alten Bauernhofes bekamen die Kompositionen mit Hilfe von Tonmeister Manfred Faust ihre endgültige Form. Das Resultat: Das Cécile Verny Quartet erfindet sich zwar nicht zwangsläufig neu (warum auch?), geht aber einen großen Schritt nach vorne. „Jazz, ganz klar, weiterhin sehr variabel, aber diesmal aus einem Guss“, sagt Cécile Verny. „Wir wollten weg von dem alten Schema, mal ein Swing-, mal ein Latinstück, mal eine Ballade, immer alles reinpacken. Diesmal ist das völlig anders. In drei Stücken spielt das Solo zum Beispiel überhaupt keine Rolle.“ Dafür bedient Andreas Erchinger manchmal die Orgel, Bernd Heitzler die Bassgitarre, es dominieren Groove, wunderschöne Melodien und betörende Lyrics und eine klare Hinwendung zur klassischen Songstruktur. „Nils hat uns geholfen, auf dem Pfad zu bleiben“, hebt Cécile Verny die Rolle des Produzenten hervor, der auf „ . . . Car Désespérée“ sogar mit ein paar Tönen zu hören ist. „Wir alle werden älter, meine Kinder werden größer, Freunde trennen sich, Bekannte sterben. Auch davon handeln viele Texte, denn ich kann nicht in dieser Welt leben, ohne darüber zu reflektieren. Angst und Glaube gehören einfach dazu.“ Folglich passt auch der Albumtitel, „Fear & Faith“ der für die Vokalistin einen „spirituellen Charakter“ besitzt. Das überzeugende Reifezeugnis einer hinreißenden Band und einer bemerkenswerten Sängerin. +++ Fotocredit: Ellen Schmaus

Tickets im VVK:
Sitzplatz 22,00 € (Ermäßigt 18,00 €)
Stehplatz 18,00 € (Ermäßigt 14,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro