BIX TOP ACT: MESHELL NDEGEOCELLO - "Comet, come to me"
Fr 31. Oktober 2014 | 21:00
BIX TOP ACT: MESHELL NDEGEOCELLO - "Comet, come to me"

Meshell Ndegeocello hat es aufgegeben, sich ständig selbst beschreiben und damit in eine Rolle drängen zu müssen. Endlich, nach 20 Jahren in der Musikindustrie, die sie mit sämtlichen klischeeartigen Klassifikationen versehen hat (von Avant-Garde bis hin zu einer aussterbenden Gattung, was sicherlich auf ihre Rollen und Eigenschaften als markante Bassistin, begabte Songwriterin und auf ihre Kreativität und authentische musikalische Kraft zurückzuführen ist). Es ist genau letzteres, was ihr so viel Lob und gute Kritik eingebracht hat, so viel Respekt von anderen Musikern, Songwritern und Komponisten wie auch die Zuneigung ihrer ebenfalls nicht kategorisierbaren Fans. Meshell Ndegeocello wurde als Michelle Johnson in Berlin geboren und wuchs in Washington D.C. auf. In den frühen 90-er Jahren strandete sie in New York, „bewaffnet“ mit einer Demo-Aufnahme und trat der Black Rock Coalition bei – und wurde schon bald bei Maverick unter Vertrag genommen. Jedes ihrer veröffentlichten Alben ist ein lyrisches Gedankenspiel über Themen wie Rassendenken, Liebe, Sex, Betrug, Gott und Glaube. Mit ihrer Widerstandskraft, sich musikalisch oder persönlich einschränken zu lassen, hat sie ihrer Zuhörer begeistert und manches Mal auch herausgefordert. Meshell wurde sowohl gefeiert als auch ausgeschimpft für ihre politisch aufgeladenen Texte, für ihre sexuelle Offenheit und für den steinigen Weg, der sich dadurch kennzeichnet, sich nur an ihren eigenen musikalischen Ambitionen zu orientieren – und nicht an denen der Musikindustrie. Alles, was einst gegen sie gerichtet war, hat sich für sie zum Guten gewendet, indem sie ihre ungewöhnliche, künstlerische Freiheit, ihren Stolz und ihre offene Identität behalten hat. Und vor allem als Bassspielerin kann Meshell ihre warme und groovende Handschrift zur Geltung bringen. Nicht zuletzt bei gemeinsamen Sessions und Auftritten mit den Rolling Stones, mit Madonna, Alanis Morrisette, James Blood Ulmer, The Blind Boys of Alabama, Tony Allen, John Medeski, Billy Preston und Chaka Khan. Meshell war die erste Frau, die auf dem Cover des „Bass Player Magazine“ abgelichtet wurde – und sie bleibt wohl auch einige der wenigen Frauen, die ihre Musik selbst schreiben und als Bandleader den Zepter in der Hand halten. An diesem Abend präsentiert uns Meshell ihr aktuelles Album “Comet, Come to Me”, bei dem sie, wie auch schon bei den zwei Vorgängeralben, als Produzentin mitwirkte. Vom Groove angetrieben, absolut melodiös aber auch lyrisch-meditativ, so kommt sie mit ihrem neuesten Album an jenen Punkt zurück, an dem sie ihre Karriere begann. Ihr elftes Album ist vielleicht sogar der Höhepunkt und eine Art Zusammenfassung all ihrer vorherigen Arbeiten: Saftig, stimmgewaltig, suchend, weise, kollaborierend – und immer wieder angetrieben von ihrem signifikanten Bassspiel. Auf dem Album sind Gäste wie Shara Worden („My brightest diamond“) und Doyle Bramhall zu hören, aber auch einige von Meshells längsten Wegbegleitern, wie Christopher Bruce (Gitarre) und Jebin Bruni (Keyboard). Und nicht zuletzt Earl Harvin am Schlagzeug. Zu hören sind auf „Comet, Come to me“ 13 Songs, angehaucht von britischem Rock, mit einer gehörigen Portion Pop und Reggea versehen aber auch mit melodiösem Jazz. Manchmal blitzt sogar ein wenig Hip Hop auf. Mühelos, authentisch und mit einer Selbstverständlichkeit, die sie sich über die Jahre hinweg erarbeitet hat, mischt sie diese Stile zu einem warmen, groovenden Ganzen. 

Besetzung: Meshell Ndegeocello (b, voc); Earl Harvin(dr); Jebin Bruni (keys); Chris Bruce (guit); Kari Erickson (FOH engineer)

Mehr Infos unter:

http://de.wikipedia.org/wiki/Meshell_Ndegeocello 

http://www.meshell.com/site/

Zum Reinhören: http://www.meshell.com/site/music/

Fotocredit: Charlie Gross



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