BIX TOP ACT: Spyro Gyra - "The Rhinebeck Sessions"
Do 19. März 2015 | 20:30
BIX TOP ACT: Spyro Gyra - "The Rhinebeck Sessions"

Mit den Hits „Shaker Song“ und „Morning Dance“ gelang Spyro Gyra Ende der 70-er Jahre der Durchbruch. Vierzig Jahre später ist Spyro Gyra immer noch im Gespräch! Und es gibt nicht viele Bands, die in der Fusion-Ära durchstarteten und im 21. Jahrhundert weiterhin Vollgas geben. Mit 7 Grammy-Auszeichnungen, 30 veröffentlichten Alben und mehr als 10 Millionen weltweit verkaufter Platten zählt Spyro Gyra zu diesen Phänomenen und ist damit wohl eine der erfolgreichsten und beständigsten Fusion-Jazz-Band aus den USA.

Für diese Beständigkeit gibt es auch einen Grund. Bandgründer Jay Beckenstein schwärmt: «Die Kommunikation zwischen uns hat mittlerweile fast mystische Qualitäten entwickelt.» Alle Bandmitglieder bringen sich gleichermaßen ein – und dank der Digitalisierung von Studioaufnahmen und Vertriebswegen kann die Band nun ihren ganz eigenen Weg – unabhängig von Major Plattenlabels – gehen.

Bei den Live-Auftritten von Spyro Gyra bekommt man den Mund kaum zu vor lauter Staunen: Blitzschnelle Tempowechsel werden ebenso souverän gemeistert wie überraschende Stimmungswechsel.

Die Band zelebriert an diesem Abend im BIX ihr 40-jähriges Bestehen sowie ihr fantastisches , 30. Album „The Rhinebeck Sessions“. Das Album, das in einer Art Schnelldurchlauf innerhalb von nur drei Tagen und im Rahmen von improvisatorischen Sessions aufgenommen wurde, ist an Authentizität wohl kaum zu übertreffen – und schließt damit wieder den Bogen zu den atemberaubenden Live-Auftritten, die ebenso geprägt sind von waghalsigen Improvisationen und musikalischer Virtuosität.

 

Das Album:

Denkt man über die aktuellen Meilensteine von Syro Gyra nach – die 30. Album-Veröffentlichung, den 35. Jahrestag ihres Platin-Album „Morning Dance“ – ist es verlockend, diese Textzeile von The Grateful Dead zu zitieren: „What a long, strange trip it‘s been.“

Wie viele instrumentale Jazz-Bands, wie viele Bands überhaupt, können auf eine vierzigjährige Karriere zurückblicken?

„Als es an das neue Album ging, fragte ich mich: Was macht Spyro Gyra so besonders“, erklärt Jay Beckenstein, Saxophonist und Bandleader. „Ich kam zum Schluss, dass es die Tatsache ist, dass wir so lange zusammen sind, dass die Kommunikation zwischen uns mittlerweile fast mystische Qualitäten entwickelt hat. Unsere Fähigkeit, miteinander spontan zu improvisieren, ist so stark geworden, weil wir so viel zusammen gespielt haben. Es war Zeit, damit ins Studio zu gehen und zu sehen, was dabei herauskommt, wenn wir nahezu ohne vorherigen Plan einfach drauflos spielen.“

Heraus kam dabei „The Rhinebeck Sessions“, ein Album mit hauptsächlich Uptempo- und echten Funk-Stücken, die kein bisschen hinter den Klassikern dieser Gruppe zurückstehen.
„The Rhinebeck Sessions“ ist nicht nur das erste Album, das die Band komplett aus dem Moment heraus (und im Studio) geschrieben hat, sondern auch die erste, völlig unabhängige Veröffentlichung von Spyro Gyra seit ihrem Debüt von 1977.

Beckenstein gesteht: „Es fühlte sich ein bisschen wie ein Glücksspiel an. Aber wir haben eine treue Fangemeinde, die unserer Erfahrung nach wahrscheinlich auch daran interessiert ist, so ein Album zu hören. Ich war ziemlich zuversichtlich, dass alles, was herauskommen könnte, ziemlich nah an der Art sein würde, wie wir seit Jahren unsere Live-Shows spielen.“ Und genau so ist es.

Angefangen mit dem achtminütigen Opener „Serious Delivery“ unternimmt das Album eine emotionale Reise über fantastische Bebop-Linien, über rockigen, beinahe an Jam-Band-Grooves erinnernde Passagen bis hin zu sagenhaften Saxofonmelodien, tiefen Bass-Soli und gnadenlosen Rhythmus-Exzessen. Die gemeinsam komponierten Melodien zeigen deutlich, was die Fangemeinde bereits weiß – Spyro Gyra spielen, als ginge es in jedem Ton um ihr Leben, und schaffen es gleichzeitig, ihre virtuosen Darbietungen völlig natürlich und lässig klingen zu lassen.

„Musik ist an einem Punkt, an dem vieles überproduziert, ‚überelektronisiert‘, overlooped ist. Das Coolste am Jazz ist die Improvisation, das Gegenteil von dem, was heute bei den meisten Bands passiert. In diesem Sinne ist dieses Album sehr retro. Es geht zurück zu den Idealen unserer Vergangenheit. Es erzählt eine einfache Geschichte von dem, was da an drei Tagen in einem Studio in Upstate New York passierte.“

Dank der Spontanität der Aufnahmen und dem starken, improvisatorischen Charakter kommt „The Rhinebeck Sessions“ einem ihrer Live-Auftritte wohl am nächsten. Starke Grooves, heiße Soli , gute Energie sorgen dafür, dass das Album mit Fug und Recht als eine der spannungsvollsten und mitreißensten Veröffentlichungen von Spyro Gyra zählen kann.

  

Besetzung: Tom Schumann (p); Jay Beckenstein (sax); Julio Fernandez (guit); Scott Ambush (b); Lionel Cordew (dr)

  

Mehr Infos unter: http://www.spyrogyra.com/



Tickets im VVK:
Sitzplatz 38,00 € (Ermäßigt 32,00 €)
Stehplatz 30,00 € (Ermäßigt 24,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro