CHARENÉE WADE - Tour abgesagt - Ersatz wird bald bekannt gegeben
Do 11. Mai 2017 | 20:30
CHARENÉE WADE - Tour abgesagt - Ersatz wird bald bekannt gegeben

Charenée Wade kommt mit ihrem aktuellen Album "Offering" und ihrem Programm, bei dem sie sich der  revolutionären Musik von Gill Scott-Heron und Brian Jackson widmet, an diesem Abend zu uns ins BIX und spielt dabei ihren "Soundtrack zum Protest der Afroamerikaner", wie es Olaf Maikopf in seinem Text für Deutschlandradio Kultur beschreibt (s. Link weiter unten).

 

Die Jazzsängerin und Finalistin der renommierten Monk Competition, Charenée Wade, das musikalische Chameleon, dessen Stimme sich durch eine außerordentliche Klarheit und beeindruckendes technisches Können kennzeichnet, sagt zu ihrem aktuellen Programm: 

“Knowing where we have been before is extremely important, because it gives context about what is happening now. Gil Scott-Heron makes me think about the responsibility and power of the artist to raise social consciousness. Imagine if more artists used their platforms to positively shift consciousness like he and artists of his day did. He inspires me to do my own thing, to not be afraid to say what I want to say.”

 

Charenée ist niemand, dem sich die Angst vor der eigenen Courage in den Weg stellt. Bekannt geworden ist sie vor allem durch die Zusammenarbeit mit ihrer guten Freundin Cécile McLorin Salvant – und schnell fielen ihren Vocal-Improvisationen und ihr „swingin‘ Groove“, mit dem sie ihren Jazzgesang belebte, ins Gewicht, wenn es darum ging, als eigenständige Künstlerin Beachtung zu finden.

Seit nun zwei Jahren verfolgt sie ihren eigenen Weg. Stimmlich erinnert sie dabei ein wenig an Betty Carter und Sarah Vaughan, zwei ihrer musikalischen Vorbilder.

 

Mit ihrer ersten und aktuellen Veröffentlichung „Offering: The Music of Gil Scott-Heron and Brian Jackson”, widmet sie sich einer ihrer weiteren Inspirationsquelle, dem sozialkritischen Dichter und Musikerin Gil Scott-Heron. Ihr Debüt ist gleichzeitig ein Tribut an Brian Jackson, der mit Scott-Heron musikalisch eng verbunden war. Charenée gelingt es, das Werk der beiden zu bewahren und sowohl literarische als auch musikalische Stücke mit aller Vorsicht in äußerst persönliche, jazzige Interpretationen umzuwandeln. Wade umschließt mit ihren Songs und ihrer Stimme die Gedichte von Scott-Heron und bildet einem tiefen Pathos, der ihr eigentlich noch junges Alter vergessen lässt. Ihre Stimme wirkt dabei unangestrengt und neugierig, innovativ und einladend zugleich.

 

Sie mag – trotz oder wegen ihrer zahlreichen Auszeichnungen und Referenzen, wie z.B. als Gewinnerin der New Yorker Jazzmobile Vocal Competion, als Teilnehmerin in Betty Carters Jazz Ahead Programm, als Darstellerin in der Off-Broadway Produktion „Café Society“ und als Musikerin beim Empfang für Betty Carter beim „Jazz at Lincoln Center“ - mit ihrem authentischen Debüt für Aufsehen und einige Überraschungen gesorgt haben.

 

Denn genau wie Scott-Heron, so glaubt Charenée daran, dass jeder einzelne von uns sich in die Gesellschaft einbringen und handeln sollte – wie sie es zum Beispiel im Song “Ain’t No Such Thing As A Superman” verdeutlicht – um vor allem der Ungerechtigkeit entgegenzuwirken. Sie setzt sich – genau wie Gil Scott-Haron – mit ihren Songs ein für Gleichberechtigung und gegen die Diskriminierung der Afroamerikaner in den USA.

 

Produziert wurde ihr Grammy-nominiertes „Offering“ von einem wahren „Veteranen“ der Musikindustrie, Mark Ruffin. Auf dem Album sind zudem einige renommierte Musiker zu hören – wie Brandon McCune am Piano, Dave Stryker an der Gitarre, Lonnie Plaxico und Christian McBride am Bass und Alvester Garnett an den Drums. Eine gute Bekannte von Charenée, niemand geringeres als Lakecia Benjamin, die erst im März bei ihrem Live-Auftritt in Stuttgart das BIX Publikum in ihren Bann gezogen hat, spielt auf diesem Album Saxophon, Marcus Miller Bass-Klarinette, Stefon Harris spielt Vibrafon und der Schauspieler Malcom-Jamal Warner spricht die Texte, die das Album zu einem übermusikalischen Gesamtwerk abrunden.

 

Mit diesem bemerkenswerten Debüt liefert Charenée Wade ausreichend Belege, warum sie eine der aufregendsten, außergewöhnlichen jungen musikalischen Talente unserer Zeit ist.

 

In Brooklyn geboren, verfiel sie im Alter von 12 Jahren der Musik von Sarah Vaughan. Die Jazzsängerin war eine der treibenden Kräfte, die die musikalischen Pläne der jugendlichen Charenée konkret werden lassen ließ. Sie besuchte die „La Guardia High School for the Performing Arts“ und machte an der „Manhattan School of Music“ ihren Abschluss.

Als eine der ausgewählten vier Künstler des Dianne Reeves Young Artist Workshop in der Carnegie Hall gewann sie 2006, wie bereits oben erwähnt, die New York City Jazzmobile Competition. Im Anschluss lag ihr und liegt ihr immer noch die nahezu komplette US-amerikanische Jazzmusik-Industrie  zu Füßen – inkl. Wynton Marsalis, Christian McBride, Bobby Sanabria, Aaron Diehl, Oran Etkin, Robert Glasper, MacArthur Fellow oder Rufus Reid, die immer wieder mit ihr sowohl im Studio als auch live zusammenarbeiten.

Die Sängerin, Komponistin, Musiklehrerin (an der Aaron Copland School am Queens College, für Jazzmobile u. m.) Charenée Wade folgt dabei, wie sie selber sagt, dem Pfad der Nächstenliebe, indem sie u.a. ihre Kunst dazu nutzt, Aufmerksamkeit für soziale Ungerechtigkeiten zu wecken.

So kann man mit einer ihrer Aussagen abschließen und sich auf das sicher unter die Haut gehende Konzert im BIX freuen: „Ich bin von Gil Scott-Herons Musik überwältigt, mit meiner Arbeit wollte ich Songs von ihm auswählen, die gerade jetzt, zu dieser Zeit, Gehör erhalten müssen. Denn Musik kann das Bewusstsein für bestimmte Themen kraftvoll hervorrufen.“

 

Mehr Infos unter:

www.chareneemusic.com

http://www.deutschlandradiokultur.de/offering-von-charenee-wade-soundtrack-zum-protest-der.2177.de.html?dram:article_id=324631

 

Besetzung: Charenée Wade (voc); Oscar Perez (p); Paul Beaudry (b); N.N. (dr)

 

Fotocredit: Laura Diliberto



Tickets im VVK:
Sitzplatz 28,00 € (Ermäßigt 24,00 €)
Stehplatz 16,00 € (Ermäßigt 12,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro