BIX TOP ACT: OREGON – „Lantern“
Do 8. März 2018 | 20:30
BIX TOP ACT: OREGON – „Lantern“

Leidenschaftlich, luftig, poetisch, abgerundet, bewegend, zart: Mit diesen Worten lässt sich das aktuelle Album „Lantern“ der Band Oregon beschreiben, deren Anfänge bis in die 1960-er Jahre zurückgehen. Das Album ist im Sommer 2017 veröffentlicht worden und ein regelrechtes Geschenk an die immer größer werdende Fangemeinde dieses herausragenden Jazzquartetts – ein Quartett, das in seiner Einheit, Kohärenz und freiem Ausdruck kaum zu übertreffen ist. Das Album „Lantern“ verschmelzt verschiedenste, musikalische „Schmuckstücke“ in einen kostbaren und trotz unterschiedlichster Einflüsse stringenten Plot, der sowohl fantasievolle Avant-Garde-Nuancen („Lantern“) als auch konventionelle, verspielte und tanzbare Songs („Dolomiti Dance“) oder auch swingende und lebhafte („Walk The Walk“, „The Glide“) und sogar Latin-Stücke („Not Forgotten“) beinhaltet.
Selbst ein so entwaffnender und vordergründig einfacher Track wie „The Water Is Wide“ wird durch die klugen und filigranen Solos von Paolino Dalla Porta am Kontrabass und das unglaubliche Piano- und Gitarren-Genie Ralph Towner zu einem ganz besonderen Jazz-Juwel.
Paul McCandless an der Oboe und am Saxofon erzählt eingängige, musikalische Geschichten, indem er melodische Bilder zaubert. Der Drummer Mark Walker baut mit seinem Rhythmus Stimmungen und ganze Songs sowohl auf als auch ab – letzteres, wenn die Band gerade dabei ist, traumhafte musikalische Fresken zu „malen“.
Lantern ist Oregons 30. Album! Aber das erste, das sie zusammen mit Paolino Dalla Porta am Kontrabass aufgenommen haben. Und dennoch ist das Werk eine Bestätigung ihrer einzigartigen Kreativität und beständigen Einheit, eine konstante, frische Quelle an Musik, die an Zauber kaum zu überbieten ist.

 

Besetzung: Ralph Towner (git); Paul McCandless (ob, sax);  Paolino Dalla Porta (b); Mark Walker (perc, dr)

 

Weitere Infos unter: http://oregonband.com/

 

Bandbio (vgl. Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Oregon_(Band) ):

Oregon ist ein 1970 in den USA gegründetes Quartett, das Jazz, Weltmusik und auch Neue Improvisationsmusik mit zum Teil kammermusikalischen Bezügen spielt.

Die Anfänge der Gruppe Oregon gehen bis in die zweite Hälfte der 1960er Jahre zurück. Ralph Towner und Glen Moore, die sich vom Studium an der University of Oregon her kannten, traten 1968 für fünf Monate in Portland auf. 1969 kam Collin Walcott dazu. 1970 wurden sie von Paul McCandless, mit dem Walcott und Towner bis 1972 gemeinsam im Paul Winter Consort spielten, bei ersten Aufnahmen (die zunächst nicht veröffentlicht wurden) ergänzt. Damit war die Stammbesetzung des Quartetts gefunden, das seit Juli 1971 auf Vorschlag von McCandless unter dem Namen Oregon auftrat.

Bis 1980 war das Quartett viel auf Tour (zunächst hauptsächlich in Clubs) und spielte auch in Europa. In dieser Zeit entwickelte sich das Spiel der Gruppe nicht einheitlich, sondern bediente eine ganze Bandbreite unterschiedlichster Jazz-Stilen.

1980 machte die Gruppe eine schöpferische Pause, um schon ein Jahr später wieder mit neuem Sound auf der Bühne zu stehen. Mit seinen elektronischen Elementen war dieser Sound in den 1980ern zeitgemäß. Der veränderte Gruppenklang geht vor allem auf Ralph Towner zurück und seine neu entdeckte Leidenschaft für das Keyboard, teilweise aber auch auf die Ästhetik des ECM-Produzenten Manfred Eicher.

1984 starb Collin Walcott bei einem Autounfall. Nachdem sich die Gruppe entschlossen hatte, weiterzumachen, saß 1985 Trilok Gurtu für die nächsten Jahre am Schlagzeug. Das Studio-Album Beyond Words (1995) spielten die drei Musiker Towner, Moore und McCandless dann alleine ein. Ein Jahr später kam als vierter Musiker Mark Walker, zunächst nur für einige Stücke, hinzu. Im Frühjahr 2015 trennte Moore sich von Oregon, um mehr Zeit für seine eigene Musik und seine Familie zu haben. 2017 dann der neue Release – das von Kritikern und Hörern weltweit hoch geschätzte Album „Lantern“, dessen Stücke – neben einiger ihrer größten Songs – sie an diesem Abend im BIX präsentieren werden.

 

Review zum neuen Album der Band im Downbeat Magazine Oktober 2017:

Oregon’s 30th album since its founding in 1970 is an amalgam of sounds and musical attitudes: It melds earthy tones, sinuous melodies and subtle meters into improvisatory postcards that lure our imaginations from familiar waters into uncharted depths. Cordial co-captains man the helm: Paul McCandless steadfastly plays soprano saxophone and oft-over-looked double-reeds and pipes, while Ralph Towner glides between authoritative classical guitar and piano. They assure Oregon’s chameleonic duality: pleasure craft meets research vessel. Crewmen Mark Walker (drummer since 1996) and Paolino Dalla Porta (suavely replacing founding bassist Glen Moore in 2015) fuse easy resonance with light touch to achieve airy, simpatico ensembles. Oregon’s timeless book (mainly Towner’s ever-catchy tunes) seamlessly blends jazz with world and folk traditions, resulting in a conic imprint that is identifiable yet bracing. Oregon revisits house classics with a kick: “The Glide” swerves breezily with tasty drums and a sweeping coda. Cheerful openers explore complex meters in beguiling ways: “Duende” shifts from 5/4 to 3/4 for solos. On “Dolomiti Dance,” Walker skitters between Brazilian caxixi, Egyptian darbouka and African djembe. Ballad interludes pair keen oboe and warm bass and guitar in a sweet embrace. Dalla Porta’s “Aeolian Tale” refreshes with a flamenco lilt, framed by lovely guitar variations. The Scottish folk song “The Water Is Wide” returns us near home, tempering Americana with a gentle bolero. Good ship Oregon, pushing 50 with a modest patina, shines an honest lantern on jazz.

  • Fred Bouchard DownBeat 1/10/2017

  

Fotocredit: u.a. Elisa Caldana



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