BIX TOP ACT: Céline Rudolph & Lionel Loueke - "Obsession"
Fr 19. Januar 2018 | 21:00
BIX TOP ACT: Céline Rudolph & Lionel Loueke - "Obsession"

Eine Sängerin, die Gitarre spielt. Ein Gitarrist, der singt. Ein Album, auf dem diese beiden Ausnahmetalente zeigen, dass auch in der Musik das Ganze größer als die Summe seiner Teile sein kann. Ihre gemeinsame „Obsession“ öffnet musikalische Horizonte, klingt nach Jazz-Feeling und Singer-Songwriter-Eleganz, nach Cotonou, Rio, Memphis und Berlin, nach der Leidenschaft, die lieben muss, nach tiefen Augenblicken, nach Lebenslust, Blues und Genuss. Dieses Duo, das mindestens wie eine Band, manchmal sogar wie ein Orchester klingt, singt präsentiert mit ihren zehn neuen Songs vom Album „Obsession“ herrlich spontane Lieblingslieder, mal auf Englisch, mal auf Französisch, mal aufs Fantastische – auf Célinisch oder Lionelisch. Man meint, die Stücke nach dem ersten Hören schon immer zu kennen, dabei findet sich hier nur eine Interpretation (Caetano Velosos„O Leãozinho“), der Rest stammt aus den Federn der beiden Besessenen. Ein komplexes, diverses Album, das gleichzeitig so homogen und subtil wirkt: „Obsession“ nimmt den Zuhörer in Besitz.

„Die Duo-Besetzung ist die größte Herausforderung“, sagt Céline Rudolph. „Es gibt ebenso viele Risiken wie Freiheiten, was genau das ist, was ich daran so sehr mag.“ Lionel Loueke nickt und ergänzt: „Céline ist nicht nur eine großartige Musikerin, sie ist ein toller Mensch und das wiederum macht ihre Musik noch stärker. Dies ist ein sehr einzigartiges Projekt, weil da keine Grenzen waren. Dabei ist die Musik, die wir spielen, nicht einfach. Auch Stücke in ungeraden Metren einfach klingen zu lassen, sie in den Flow zu bringen, ist die Herausforderung.“

Dieses Album ist der bisherige Höhepunkt einer musikalischen Liaison, die so spontan begann wie sie nach wie vor anmutet. Vor fünf Jahren trafen sich die beiden Musiker zum ersten Mal in Berlin – sie eine mit dem Echo Jazz ausgezeichnete Sängerin, die erfolgreich die Chansons von Henri Salvador übersetzt hatte, er der Leib- und Magengitarrist von Herbie Hancock, mit bisher vier eigenen Alben bei Blue Note. „An dem Abend in Berlin haben wir nicht nur über Musik, über Essen und das Leben geredet, sondern auch CDs ausgetauscht“, erinnert sich Céline Rudolph. „Wenig später schrieb mir Lionel, wie begeistert er von meiner Musik sei. Ich lud ihn spontan als Gast zu meiner Studiosession, zusammen mit dem Drummer Jamire Williams, nach New York ein. Dort, im Brooklyn Recording Studio, entstand die Duoversion von „Le Vent du Nord“, die jetzt auf dem Album zu hören ist. Wir waren beide so begeistert, dass wir beschlossen, ein ganzes Album nur zu zweit aufzunehmen. 2015 dann trafen wir uns im A-Trane Studio in Berlin …“

Sie hatte ein paar Stücke geschrieben, er brachte die hoffnungsfrohe Geschichte der „Witwe aus Mali“ dazu, gemeinsam entwickelten sie das Titelstück. „Ich spürte gleich bei unserem ersten Treffen, dass wir trotz unterschiedlicher Wege ganz ähnlichen Spuren nachgegangen waren. Lionel aus dem französischsprachigen Benin, über Côte d’Ivoire, Paris, Jazzstudium in Boston, Kalifornien nach New York. Ich aus Berlin, deutsch-französisch aufgewachsen mit Chanson, Jazz, afrikanischer und brasilianischer Musik, Jazzstudium in Berlin, Perkussion in Westafrika, Band in Brasilien. Diese Spuren höre ich in unserer Musik: Der sanfte Sound unserer Stimmen, die Perkussion in der Stimme, den Spaß am Rhythmischen, am Spielen und Entdecken. Wir lieben beide die akustische Gitarre. Wenn wir live spielen, teilen wir uns meine klassische Gitarre, die ich mit 13 von meiner Mutter geschenkt bekommen habe.“

„ << Obsession >> ist meine Verrücktheit und unvernünftige Liebe, die ich für Musik, Leben und bestimmte Personen empfinde“, meint Lionel Loueke. Das Album ist der Startschuss für weitere „Obsessions“ auf dem gleichnamigen, von Céline Rudolph gegründeten Label. „Obsession bedeutet für mich das unbedingte Verbunden-Sein mit der Musik, in Liebe, in Hingabe“, sagt sie. „Das Eintauchen und sich Hergeben, mit allem Risiko, in der Musik wie im Leben. Das Trotzdem, die Hoffnung. In „Obsession“ steckt auch das Wort „Session“, in dem der improvisierte Charakter anklingt. Das Hier und Jetzt, das Ganz und Gar. Der wilde Moment, das Adrenalin.“ Auch deshalb könnte es keine bessere Initialzündung für Céline Rudolphs eigene, neue Plattenfirma aus Berlin geben, als dieses Album, in dem sich all die eben erwähnten Qualitäten finden - und die bei den Live-Shows des Duos besonders intensiv herauskommen.

 

Line-Up:

Céline Rudolph [vocals, acoustic guitar, glockenspiel, kalimba]
Lionel Loueke [acoustic & electric guitar, vocals]

   

Mehr Infos unter:

http://www.lionelloueke.com/
https://www.celinerudolph.com/ 

   

Céline Rudolph:

Geboren in Berlin, aufgewachsen mit der Plattensammlung der französischen Mutter mit Vorliebe für Chanson und des deutschen Vaters für Jazz und Bossa Nova, hat Céline Rudolph zuhause die Wahl zwischen Klavier, Gitarre, Klarinette, Geige und afrikanischer Perkussion – und spielt alles im Karussell. „Musik ist wie atmen, sie war immer schon da“, sagt sie und erinnert sich, wie der Vater beim Gitarrespielen einen Break ließ, damit die Kinder dort hineinimprovisierten. Als Jugendliche werden die selbstgeschriebenen, zur Gitarre gesungenen Songs zentrales Ausdrucksmittel.

Zunächst studiert sie Rhetorik und Philosophie, wechselt dann aber schnell vom Schreibtisch zur Bühne und taucht in den 90ern in das Jazzstudium an der Berliner Hochschule der Künste ein. Die Reise nach West-Afrika, wo sie bei Famoudou Konaté Perkussion lernt, hinterlässt starke Spuren in Célines Kompositionen und ihrer Stimme. So auch die Zusammenarbeit mit dem brasilianischen Produzenten Rodolfo Stroeter, mit dem sie drei Alben in São Paulo aufnimmt, auf denen sie Größen wie Marcos Suzano und Naná Vasconcelos versammelt: „Brazaventure“ (enja), „Metamorflores“ (enja), für das sie 2010 mit dem ECHO JAZZ als beste Sängerin ausgezeichnet wird, und das Album „Salvador“ (Verve) mit eigenen deutschen Texten zu brasilianischen Grooves. In letzter Zeit machte Céline Rudolph erste Schritte nach New York, wo sie mit Helio Alves auftrat und mit Protagonisten der aktuellen Szene wie Jamire Williams, Burniss Travis, Leo Genovese und Lionel Loueke ins Studio ging.

Von der Presse gelobt als „Stimme zum Niederknien“ (Hamburger Abendblatt), sang sie darüberhinaus mit Bobby McFerrin, Lee Konitz, Gary Peacock, Wolfgang Haffner, Michael Wollny, Till Brönner, Zé Luis Nascimento, Diego Figueiredo, Helio Alves und Stewart Sukuma und gibt ihre stilistisch vielfältigen, internationalen Erfahrungen als Jazzprofessorin an der Hochschule für Musik Dresden weiter.

 

Seit Beginn ihrer sängerischen Laufbahn Anfang der 90er Jahre zeichnet sich die deutsche Jazzvokalistin Céline Rudolph durch musikalische Abenteuerlust aus. Jazz, Art-Pop, afrikanische und südamerikanische Rhythmen und Stilmittel, sowie die Begegnung mit Barockmusik und klassischer Moderne gehören zu ihrem breitgefächerten, künstlerischen Vokabular ebenso wie die in mehreren Sprachen abgefassten Texte ihrer Stücke. Neben der deutschen vermag sie sich in drei weiteren Sprachen – in Englisch, Portugiesisch und Französisch – perfekt auszudrücken. Als leidenschaftliche Klangbildnerin nutzt sie diese Mehrsprachigkeit nicht nur unter dem poetischen Aspekt, sondern verwendet die unterschiedlichen Sprachmelodien und Lautbildungen auch in ihren exzellenten Vokalimprovisationen.“ - Beate Sampson, Bayrischer Rundfunk

 

„Céline hat uns in Trance gesungen, so wie sie selbst ganz in der Musik versinkt und wie in Trance mit der Musik fliegt. In ihrer Stimme zeigt sich die brasilianische Seele. Ich kann das beurteilen, denn ich untersuche die brasilianische Seele seit dreißig Jahren!“  - Roberto Gambini, Schriftsteller, Brasilien

 

„Eine grandiose Live-Musikerin, die jenseits programmatischer Raster mit unerschöpflicher Energie zwischen Jazz, Pop und rhythmisch pulsierendem Brasil-Sound genussvoll vermittelt.“ - Thomas Becker, WAZ

 

„In dieser Musik bestärken sich Wärme und lässige Sinnlichkeit“ - DIE ZEIT

 

Fotocredit: Joachim Gern



Tickets im VVK:
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Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro