BIX TOP ACT: Harold López-Nussa Trio - "Un Día Cualquiera"
Do 21. Februar 2019 | 20:30
BIX TOP ACT: Harold López-Nussa Trio - "Un Día Cualquiera"

Seit mehr als einem halben Jahrhundert unterliegen die Beziehungen zwischen Kuba und den Vereinigten Staaten einem merkwürdigen Tauziehen der Politik, einschließlich eines immer noch bestehenden Embargos. Dennoch ist die Verbindung zwischen den beiden Nationen nach wie vor tief und stabil und wird durch das kulturelle Schaffen - am stärksten in der Musik - zum Ausdruck gebracht.
Die US-amerikanische Jazzszene ist ohne den Einfluss der dort lebenden kubanischen Musiker kaum vorstellbar. Die Musiker jedoch, die in Kuba bleiben, und deren Beziehungen zum Jazz und zu anderen musikalischen Formen in den enheimischen kulturellen Traditionen und dem täglichen Leben ihrer Insel gegründet sind, behalten eine einzigartige Perspektive. Sie erzählen eine bestimmte Geschichte.
Un Día Cualquiera, die zweite Veröffentlichung des Pianisten Harold López-Nussa bei Mack Avenue Records, repräsentiert diesen musikalischen Standpunkt mit Durchschlagskraft und Innovation. Er erzählt diese Geschichte - seine Geschichte - mit Dramatik, inniger Emotion und vollendeten Fähigkeiten.

 

Sein voriges Album bei Mack Avenue, El Viaje, erschien kurz nach Präsident Obamas historischem Besuch in Havanna im Jahr 2016 vor dem Hintergrund der neu gelockerten Handels- und Reisebeschränkungen. Un Día Cualquiera erschien nun, als die US-Beschränkungen in Bezug auf Kuba unter Trumps Regierung erneut verschärft wurden; So gesehen ist das Album eine bestätigende Aussage, dass Musik immer Grenzen überschreiten und Hindernissen trotzen wird. "Ich möchte mehr mit dem amerikanischen Volk zusammenwachsen", sagt López-Nussa. „Das war schon immer ein wichtiger Wunsch für Kubaner, besonders für Musiker. Es ist unmöglich für uns, getrennt zu sein, weil wir so viel gemeinsam haben, so viel zu teilen."

 

Hineingeboren in einen hochmusikalischen Haushalt in Kubas Hauptstadt Havanna und erzogen von französischen Großeltern, ist Harold López-Nussa sprichwörtlich ein Kind zweier Welten. Seine Musik ist tief im karibischen Sound seiner Heimat verwurzelt, schöpft ihre Inspiration aber andererseits aus den vielen kulturellen Begegnungen, die er auf seinen Konzertreisen macht. Wenn der 34-Jährige sich ans Klavier setzt, verbindet er kubanische Rhythmen mit weltmännischen Kompositionen im Stile eines Thelonious Monk und lässt einen melancholischen Bolero schon mal urplötzlich in einen modernen Cha-Cha-Cha übergehen. Als »Jüngsten in der Reihe von herausragenden Pianisten aus Kuba« bezeichnete ihn das Downbeat Magazin.

 

Dass López-Nussa überhaupt eines Tages auf den Radar des renommierten Jazz-Magazins gerät, war zu Beginn seiner Karriere noch nicht abzusehen. Denn begonnen hat alles ganz klassisch: Als Sohn eines Schlagzeugers und einer Klavierlehrerin ging Harold López-Nussa mit acht Jahren ans Konservatorium, wo er zum klassischen Konzertpianisten ausgebildet wurde. »Sehr viel von dem, was ich heute bin, verdanke ich meiner Mutter«, sagt López-Nussa. »Sie lehrte mich nicht nur Klavier zu spielen, sondern auch, dass es ist nicht das Ende der Welt ist, einen Fehler zu machen.« Eine wichtige Lektion auf seinem künstlerischen Weg. Denn nach dem Studium von Bach und Beethoven und einer ersten CD-Aufnahme von Heitor Villa-Lobos’ Klavierkonzert mit dem kubanischen Nationalorchester wandte er sich als 20-Jähriger zusehends dem Jazz zu – eine Umstellung, die Mut erforderte: »Ich hatte einen klassischen Musik-Hintergrund, wo man weiß, wie ein Stück beginnt und wie es endet. Bei Jazz ist Improvisation wichtig, doch ich hatte zuerst große Angst davor.« Es dauerte jedoch nicht lange, bis er sich im neuen Umfeld wohlfühlte. Nachdem er sich als Pianist unter anderem durch Tourneen mit der Sängerin Omara Portuondo vom Buena Vista Social Club einen Namen gemacht hatte, gewann er 2005 beim Montreux Jazz Festival den renommierten Solo-Klavierwettbewerb – der endgültige Durchbruch. Er veröffentlichte seine ersten Jazz-Alben und machte deutlich, dass hier ein stilsicherer Komponist am Werk ist, der seine künstlerische Palette permanent erweitert. Seitdem ist Harold López-Nussa auf den großen Bühnen dieser Welt unterwegs, spielte im Olympia-Theater in Paris, dem Kennedy Center in New York oder dem Cotton Club Tokio und auf den berühmten Jazz-Festivals in Montreux, Montreal, Barcelona, Wien, Oslo, San Francisco und New York.

 

 

 

Pressestimmen:

"López-Nussa’s single-note grace is akin to Herbie Hancock’s, and his two-fisted attacks are as joyous as Chick Corea’s!" – Downbeat Magazine

"Nussa is a genius in the manner in which he pulls together jazz, classical and traditional Cuban styles." – JazzTimes

 

 

 

Besetzung: Harold López-Nussa (p); Yasser Pino (b); Ruy Adrián López-Nussa (dr)

 

 

Mehr Infos unter: https://www.haroldlopeznussa.com/

 

CD-Tipp auf SWR2: https://www.swr.de/swr2/musik/cd-tipps/harold-lopez-nussa-un-dia-cualquiera-cd-tipp/-/id=12628344/did=22138732/nid=12628344/lg74yu/index.html



Tickets im VVK:
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Stehplatz 16,00 € (Ermäßigt 14,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro