Matchtape feat. Johannes Goltz
Sa 9. Februar 2019 | 21:00
Matchtape feat. Johannes Goltz
„Mit fettem Vintage Sound zurück in die Zukunft"
 
Wenn die Röhren in der Hammond Orgel zu glühen beginnen und das Horn im Leslie Verstärker seine Pirouetten dreht dann gibt es kein Halten mehr. Das ist nur ein Grund, warum der Stuttgarter Hammond Spieler Martin Meixner seinem neuen Trio den Namen „Matchtape“ gegeben hat, was soviel bedeutet wie Zündschnur oder Anzündband. Eine Anzünd-Band?
 
Gitarrist Jörg Teichert und Schlagzeuger Christian Huber sind die weiteren Hauptklang Elemente in dieser Formation und vervollständigen das organische Triebwerk um Martin Meixner. Der eigene Sound, der sich in dieser Kombination aus Jazz & Pop, frechen Melodien und erdigen Grooves entwickelt, versprüht richtig gute Laune und sorgt für enorme positive Energie und Schubkraft, die einlädt zum Abheben und Ankommen. Und für das Album Release Konzert hat sich das Trio für heute Abend einen ganz besonderen Gast eingeladen –  den großartigen Posaunisten Johannes Goltz, der sich sonst mit BAP, Gregor Meyle, Marshall Cooper oder der Blassportgruppe die Bühne teilt.
 
 
 
MATCHTAPE
Eine Hammond ist eine Hammond. Eine Orgel wie keine. One of a kind. Nichts klingt wie sie. Selbst die Nähe zum Elterninstrument, der Pfeifenorgel, ist relativ und bleibt es. In den Händen eines guten Spielers wird der Sound einer Hammond B3 organisch, so, als wäre da gar kein Spieler. So betrachtet, ist Martin Meixner gar nicht anwesend.
 
Aber das ist Konjunktiv. Metaphysisch. Nichts, womit die neue exzellente Kapelle des Stuttgarter B3-Spielers sich befasst. Matchtape (dt.: Anzündband, Zündschnur) heißt sie und wird dem Namen gerecht: Permanenz, Funk(en), Zugriff, Hüfte. Sukzessive nehmen die Dinge ihren Lauf: Lässige Gitarrenakkorde im Raum, Hi-Hats, Holz und Rimshots treffen ein. Eine dicke dreisilbige Bassfigur von den Bass pedals, die Fragmente geraten in Beziehung. Dann der Griff des Organisten in die Manuale, und da ist er – der Groove. Das Gefühl des Umspültwerdens von geschmeidigem Soundkakao, von Punkten und Linien stellt sich ein. Singen aus dem Subraum der Orgelakkorde. Atmung. Behagen im Zwerchfell: „Good Morning“.
 
Musik mit Stoffwechsel, die der große Jimmy Smith in den ‘50ern mit seinem ersten organ trio in die Welt setzte. Jazz aus Swing, New-Orleans-Funk und Be-Bop auf der stämmigen Grundlage von Blues, R&B und Gospelresten. Eine hybride Spielart, die immer auch gute Portionen relevanter Populärmusik durch die Dekaden mitnahm und -nimmt. Funk, Jazz-Rock, Hip Hop, Elektronik, Pop. Tanzbar und alterslos. Siehe Medeski Martin & Wood. Oder Sam Yahel, New Yorker B3-Spieler in der Elastic Band des Saxofon-Granden Joshua Redman, dessen moderne Herangehensweise mitentscheidend war für Martin Meixners Hinwendung zur Hammond. Zum organ trio. “Back to the future with solid vintage sound.”
 
Meixner (org, wurlitzer-pi), Schlagzeuger Christian Huber und Gitarrist Jörg Teichert (Jahrgang ’80/’81) trafen sich beim Musikstudium in Mannheim. Grenzgänger-Individuen mit Erfahrungen zwischen Stax- und Motown, Xavier Naidoo, Talkmaster Pierre M. Krause, Improv, Folk, (Punk-)Swing, Fusion, Schmutzblues u. v. a.. Versierte Instrumentalisten mit verlässlichem Gespür für das Wesentliche, Menschen mit Fingerabdrücken und Herzschlag, denen Purismus ebenso fern scheint wie Antisepsis und Effekthascherei. „Die Verbindung von Mensch zum Instrument und die damit fließende positive Energie“, bringt Meixner es auf den Punkt.
 
Meixners Album glänzt entsprechend. Das Trio kennt und spielt die Bop-, Funk- und R&B-Basics seiner Spielart, bekennt sich ohne Vorbehalt zum (sophisticated) Pop und gewinnt. Nach dem Opener rockt „Buttercake“ mit abstrahierter Duane-Eddy-Gitarre, das country-esque „On The Road Again“ hat einen Disco-Bass. „Take It Easy“ ist Ambient am Rastplatz, „Overstuffed“ ‘70er R&B für die ‘90er. „Across Country“ goutiert Bill Frisell, und „Coming Home“ ist Americana, als hätte Wim Wenders es gefilmt.
 
Ja, dies ist ein organ trio, die Stücke stammen ausnahmslos vom Organisten. Drums und Gitarre bei Matchtape sind allerdings kaum weniger präsent als die Hammond in ihrer Unvergleichlichkeit, die „…wimmert und schnurrt (…), macht schöne Augen und packt dich schließlich doch am Hals” (Harald Ruppert, Südkurier). Meixner ist ein Könner, der zweifellos um die Exzellenz seiner zwei Kollaborateure weiß; ein Star mit schattiger Rhythmusgruppe ist er nicht. Dies ist eine Band! - Text Rolf Jäger
 
 
 
JOHANNES GOLTZ
Die ersten musikalischen Erfahrungen hat Johannes auf dem Violoncello sammeln können bis er im fortgeschrittenen Alter von 14 Jahren die Posaune für sich entdeckt und in Big Bands, symphonischen Blasorchestern und ambitionierten "bläserastischen Cover Bands" lieben gelernt hat. Auf eine bestimmte Musikrichtung hat er sich bisweilen nicht beschränkt, weder beim Hören noch beim Ausüben. Der Ruhrpott konnte ihn nach seinen Studiensemestern an der Folkwang Universität in Essen nicht halten, da zog es ihn eher in die Pfalz. Mit seinen beiden langjährigen Bandkollegen Axel Müller und Christoph Moschberger ist Johannes in der TV-Sendung "Sing meinen Song" seit Staffel 1 an den "Hörnern" dabei und festes Bandmitglied bei Gregor Meyle und seit diesem Jahr auch bei Niedeckens BAP, dessen Live Album der "live & deutlich Tour 2018" in den Albumcharts auf Platz 1 gelandet ist. 

 

 

 

Besetzung: Johannes Goltz (trb); Martin Meixner (org, wurlitzer-pi); Jörg Teichert (guit); Christian Huber (dr)

 

 

 

Mehr Infos unter: http://www.matchtape.de/



Tickets im VVK:
Sitzplatz 24,00 € (Ermäßigt 22,00 €)
Stehplatz 16,00 € (Ermäßigt 14,00 €)

Tickets an der Abendkasse: Jeweils zzgl. 2 Euro