Den blonden Monk hat ein Mensch mit hoher sprachlicher
Verknappungsbegabung die Pianistin Anke Helfrich genannt. Sehr einprägsam,
sehr lustig, und mehr als ein Körnchen Wahrheit steckt auch drin. Die
Musikerin, in Namibia und Deutschland groß geworden, nennt in ihrer
umfangreichen Liste an musikalischen Einflüssen Thelonious Monk erst an
zweiter Stelle – nach Les McCann. Doch Monks melodischer Eigensinn und seine
etwas kantige Art der Klavierbearbeitung haben in Anke Helfrichs Spiel
unüberhörbar Spuren hinterlassen. Sie spielt einen sehr vitalen, kompakten
Jazz, und auch ihre Balladen geraten eher in der herberen Art à la Monk.
Nach Studien in Holland, Kanada und den USA verschaffte sich Anke Helfrich
ab Mitte der 90er Jahre Gehör als eine, die zupacken kann an ihrem
Instrument und die den sinnlichen Puls des Swing, den Urschlamm des Blues
und die Schwärze des Jazz ganz unblond und gründlich in sich aufgesogen hat.
Ihr Trio - mit Henning Sieverts an Bass und Cello und Dejan Terzic am
Schlagzeug - gehört mit seinen beweglichen und bezwingenden Grooves zu den
gern gesehenen Gästen auf Festivals. Auch Soloauftritte von Anke Helfrich
sind kurzweilig und gehaltvoll. Und mit ihrer aktuellen CD Stormproof (auf
dem renommierten Label ENJA RECORDS) eröffnet die Pianistin völlig neue
Facetten ihres Spiels - von experimentell bis swingend.
In Namibia aufgewachsen, in Hilversum und New York ausgebildet, ist Anke Helfrich mittlerweile bestens aufgehoben im Piano-Olymp. Mit Groove in der Linken, etwas Monk in der Rechten und einem Himmelreich voll Traditionen, Improvisationen und Melodien in der Hinterhand, erspielt sie mit ihrem Trio dieses scheinbare Oxymoron: Entspannte Energie.
Besetzung:
Anke Helfrich, Piano
Henning Sieverts, Bass
Dejan Terzic, Drums & Percussion