Kosho's neues Album All Sides Love erscheint Anfang April 2011 bei edel.
kōshō (jap.): „edel, erhaben"; „singen"
− „Lebensfreude ist für mich, in Bewegung zu sein. Ich brauche die Dynamik von Hyperaktivität und
Entschleunigung. Ich möchte zusammenführen: Menschen und Gefühle, Musik und Sprache."
(Kosho)
Michael Koschorreck ist unterwegs. Manchmal ein Flaneur, manchmal ein Hobo. Die Autos, die
U-Bahn, die Menschen rasen im Zeitraffer und sind kurz davor, sich selbst zu überholen. Und
Koschorreck? Als Kosho durchschreitet er die Großstadt ohne Hast, fast in Zeitlupe. Und nimmt
sich die Zeit, genau zu beobachten, was passiert. Mit einem Auge für Schönheit der Details
dieser Welt. Und für die Abgründe, die sich unter ihrer oft brüchigen Oberfläche auftun. Genau
das ist es, was ein Künstler haben muss und was sonst häufig fehlt: eine andere Wahrnehmung.
Kosho ist unterwegs – und weiß dabei genau, wo seine Ursprünge liegen. Die Mutter ist Bossa,
der Vater ist Blues. Bei dem Mannheimer ist dies nicht einfach daher gesagt: Schon als Kind
erlag er der Faszination brasilianischer Musik; als Jugendlicher lernte er bei US-amerikanischen
Soul- und Jazz-Musikern. Doch weder ist er bloßer Erbverwalter, noch ließe sich ihm das Etikett
„Weltmusik" aufkleben. Von Künstlern wie João Bosco und Bobby McFerrin lernte der heute
48jährige, wie wichtig eine unverkennbare Handschrift ist. Die Musik spricht eine deutliche
Sprache; jemand weiß hier ganz genau, was er will und wie er sich ausdrücken muss. Gewählt
und pointiert nämlich.
All Sides Love lädt ein, die Welt durch die Augen eines Wanderers zu sehen, der die
musikalischen Pfade dieser Welt kennt und überall immer noch etwas entdeckt. Seine
Perspektive zu teilen, bedeutet die Teilhabe an einem weiten Horizont, der nicht eitel, sondern
elegant dargeboten wird. Der Titel kommt nicht von ungefähr: Kosho liebt, was er tut – und das
merkt man. Auch die Lieder handeln von der Liebe in ihrer unerschöpflichen Vielfalt an
Schattierungen. Wo andere daran scheitern, dieses unfassbare Geschenk zu beschreiben, lässt
Kosho die Liebe aus sich sprechen. Selig, zweifelnd oder sorgenschwer. Die Musik übernimmt
die Regie, wo Worte nicht mehr ausreichen. Hierzu gehört auch die tief empfundene Liebe zu
jemandem, der gehen muss. Koschorreck widmet All Sides Love seiner Schwester, die er vor drei
Jahren verloren hat. Für sie singt er Lieder wie „Good To Be Alive" und „Sleep". Aus dem Album
spricht eine unendliche, universale Liebe. Zu den Menschen. Zum Leben.
Der notwendige Gegensatz von Schönheit und Bitterkeit, von Flüchtigkeit und Ewigkeit, findet
leitmotivisch Niederschlag in Komposition, Arrangements und dem kongenialen Artwork. Die
Liebe als Schmetterling, zerbrechlich und eigenwillig, bald zutraulich, bald wieder im Aufbruch.
Etwas, das jeder kennt und das trotzdem immer wieder neu ist. So auch die Musik: Kosho
schöpft auf seinem dritten Album aus ihrem reichen stilistischen Reservoir. Neben Bossa und
Blues steht sogar Bach. Der Vollblutmusiker ist aber Soulman genug, als dass ihm nichts ferner
läge als verkopfte, selbstgenügsame Kunst: „Es geht immer um den Song und die Gefühle, die in
ihm stecken." Die Musik ist Koschorrecks zweite Natur – und das Album das präziseste
Ausdrucksmittel der großen Geschichte von der Liebe.
Auf seiner Reise hat er ein beeindruckendes musikalisches Weltwissen angehäuft; auf
französischen Straßen und auf den riesigen Bühnen, die er als Gitarrist der Söhne Mannheims
bespielt. In großen Studios mit Nena, Wallis Bird oder André Heller. Auf Tour mit Legenden wie
Les McCann. Und überall dazwischen. Wenn Koschorreck einfach Kosho ist, bevorzugt er
Publikumsnähe; die Atmosphäre ist für ihn zentraler Bestandteil des musikalischen Schaffens. So
verzichtet All Sides Love auf künstliche Klangräume, so dass die Musik von dem Ort geformt
wird, an dem man sie hört. Es verwundert daher wohl kaum, dass der Kern des Albums an nur
neun Tagen im ständig anwesenden Kreis befreundeter Musiker in einem kleinen Studio
entstand. Bei dem Song „Sleep" wurden Gitarre und Gesang mit nur einem Mikrophon
aufgenommen, um die Atmosphäre der Vertrautheit für den Hörer zu konservieren.
Als Gast und Freund lässt Kosho im Zimmer des Hörers den angehäuften Lebensschatz aus sich
sprechen. Die Musik ist vertraut und entsteht doch immer wieder neu. Wie die Liebe. Und wie bei
dieser geht es bei den Songs um den Augenblick, der vielleicht am meisten bedeutet, wenn er
zwischen den Ereignissen liegt. Kosho hat den Mut zur Stille. Wenn in „Loveboat" kurz nichts zu
hören ist, steht die Welt für einen fragilen, aber kostbaren Moment halt einfach mal still.
Tommy Baldu, drums & perc
Robbee Mariano, bass & voc
Florian Sitzmann, keys & voc
Kosho, guitars & voc
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Achtung: Im Anschluss an das Konzert wird es tanzfreudig - ein Late Night DJ sorgt für gute Stimmung und lässt uns aus dem Abend in eine unvergessliche Nacht hinübergleiten!!!